Mamaleben

6 Monate. Mama sein, für 2 ♡

Das warme Wasser rieselt auf mich, ich lass meinen Kopf hängen und wünschte mir, einfach nur weg zu sein, wo es ruhig ist, ich alleine bin und Zeit zum Atmen habe.  Das Wasser ist warm, aber ich kann es nicht genießen. Tränen fließen über meine Wangen, anfangs war ich mir nicht sicher ob ich wirklich weine oder es nur das Wasser ist, das aus dem Duschkopf kommt. Was für beschissenes Gefühl das gerade ist, dachte ich mir. Ich war auf irgendwie JEDEN sauer. Jeder der zurzeit kinderlos ist, in Ruhe seinen Kaffee trinken kann, der ausschlafen kann, auf jeden der ältere Kinder hat, wo vieles einfacher ist und sie nicht mehr “Baby” sind.  Auf die, die gerade im Urlaub sind, am Strand liegen und sich die Sonne auf deren schön, schlanken, trainierten Bauch, scheinen lassen.

“Baaaahhhhhhh!!” hab ich geschrien, laut, zornig, traurig und überfordert. In diesem Moment wollte ich nicht mehr, davor hab ich mich so gefürchtet. Ich hab doch Alles was ich wollte und heule jetzt? Ernsthaft? Ich wachte aus meiner kleinen Flucht Phantasie auf und nahm das Duschgel in die Hand. Ich blickte auf meinen dicken Schwabbelbauch, besser bekannt als Mister Schwabbel, und könnte kotzen.  Alles dick, schwabbelig, weiß, nicht annähernd gebräunt, die dicke Krampfader an meinem rechten Oberschenkel sah mich an, als ob sie mich anspringen wollte.  Meine viel zu großen Brüste (für meinen Geschmack) waren unterschiedlich groß und taten weh, ja sie taten einfach nur weh und sahen furchtbar aus. Meine Nippel waren rot und empfindlich. Die Duschgel Tube fiel mir runter, ich bückte mich und hob sie auf. Was ist das für grauenhafte Musik da im Hintergrund? Entspannter Pop? Jazz? Soul? Hard Rock? Nein es war das bitterliche Weinen, meines zweiten Sohnes, der im Moses-Körbchen neben der Dusche lag und mich, seine MAMA, seine Zuflucht, seine Geborgenheit, seine Sicherheit, brauchte. Dazu kam noch ein kleiner Techno Mix? Nein oder R&B? Nein eher Rap. Oh nein auch das nicht, es war Laurin mein großer Schatz, der sich nicht mehr beruhigte. Am Boden lag, die Krokodils Tränen flossen und sein Kopf wurde immer röter. Da stand ich, super sexy, entspannt unter der Dusche – NICHT – Dieses Gefühl, werde ich nie vergessen.

Zeit zum Rasieren – Fehlanzeige, Zeit für ein gut tuendes Gesichts Peeling oder Ähnliches, nein keine Zeit, keine Kraft, kein Verlangen, oder schon? Mein Mann hatte das erste Mal 2. Schicht, dh.  er ist Abends nicht zu Hause und ich verlor die Nerven, war am Ende. Meine Kinder taten mir leid, wiederum nervten sie mich und ich wollte einfach mal nur 5 Minuten Ruhe haben, nur 5 Minuten, ist das denn nicht drin? Diesen Moment mit so Gefühlen hatte ich bis jetzt nicht mehr. Ähnlich, aber so schlimm war es nicht mehr. Ich hatte so ein schlechtes Gewissen, ich liebe meine Kinder doch mehr als alles andere, sie sind das allerbeste was mir je passiert ist / neben meinem Mann natürlich, sonst würde es ja diese zwei Schätze nicht geben. Ich riss mich zusammen, Tränen weg, Handtuch über den gezeichneten Körper, der 2 Schwangerschaften, 2 Geburten, 2x über 20 Kilo zunahm, hinter sich hatte und einfach mal nicht schön anzuschauen war. Ganz flott abgetrocknet und rein in das Nachthemd, großen Schlüpfer an und die so tolle dicke Binde rein – Wochenfluss und so, eh schon wissen 😉 . Keine Zeit für eine gut duftende Creme oder Anti Falten Creme, für das gestresste, blasse, schlappe, und müde Gesicht. Ganz schnell nahm ich Laurin in den Arm versuchte ihn zu beruhigen, Versuch ist leider gescheitert. Na gut, dann nahm ich Henrik hoch, nach paar Seufzer beruhigte er sich. Busen raus, Busen rein, trinken! CHECK.

Ich wanderte mit meinen Jungs ins Schlafzimmer, Laurin durfte Fernsehen (DANKE für diese GENIALE Erfindung!!!), Henrik stillte ich bis er einschlief. Laurin war so erledigt, von dem “Spinn Anfall” und Henrik war auch völlig k.o. Henrik legte ich ins Moses-Körbchen, Laurin trug ich in sein Bett. Ich gab beiden einen dicken Schmatz und flüsterte ihnen ins Ohr, dass es mir so leid tut und ich sie so sehr liebe und ich mein Bestes gebe. Ja ich war nach diesem Abend einfach platt, traurig, enttäuscht von meinen Gedanken. Aber hey ich bin doch auch nur ein Mensch. Ja diese Situation hab ich mir, wirklich, schon im Kopf ausgemalt, als ich mit Henrik noch nicht mal schwanger war. Ich wusste, es wird manchmal schwer werden. Aber es wird immer besser und nach diesen aufregenden 6 Monaten hab ich so so so viel dazu gelernt. Sehr viel über mich selbst erfahren und erkannt. Ich gebe immer 100 % und bin schnell enttäuscht, wenn ich nicht Alles schaffe. Doch es zählt die Liebe und Zeit. Wenn ich Morgens neben meinem Mann, meinen Söhnen aufwache, die mich anlächeln, Laurin mich umarmt und guten Morgen sagt und gleich mal “Henni lieb haben” will, geht mein Herz auf. Jede Träne, jeder Schweißtropfen zahlt sich aus.  Meine Nerven werden oft strapaziert, aber mein Herz um so mehr geöffnet und mit LIEBE gefüllt. Ob es ein süßes Lächeln von Henrik ist, er sich zu mir kuschelt oder Laurin zu mir sagt, dass er mich liebt hat oder mir in meine Arme läuft und laut “Mama, Hallo!” schreit. Danke, dass ich diese 6 Monate als 2 – fach Mama wirklich ganz gut hin bekommen habe, mit Unterstützung meines Mannes (DANKE SCHATZI, du bist mein Fels in der Brandung). Nach 2,5 Monaten konnte ich behaupten, dass ich in der Rolle angekommen bin und ich Henrik kenne und einen guten Tagesablauf habe. Mein Herz schmerzt oft, da ich beiden natürlich gerecht sein will. Leider kommt es eben vor, dass an Tagen Henrik oder Laurin zurück stecken müssen.  Ich will und kann es mir ohne meine Jungs nicht mehr vorstellen, okay paar Stunden mal alleine, wären als Kraft Tanke manchmal ganz nett, aber das kommt alles mal wieder 😉 Henrik und Laurin sind schon so ein starkes Team,  sind so süß miteinander, auch wenn bei Laurin (was absolut normal ist) die Eifersucht hin und wieder durch kommt (überhaupt wenn es um Papi geht). Ich habe mich akzeptiert und bin zufrieden, in jeglicher Hinsicht. Das Glück, sieht mich JEDEN Tag an, mit süßen braunen Knopf-Augen. Und das im 3er Pack. Meine drei Männer (: Ich freue mich auf die nächsten Wochen, Monate, Jahre mit meinen Schätzen. Werde sicher, oh jaaaa ganz sicher, viele Tränen noch vergießen aber auch vor Freude, Stolz und Dankbarkeit.

Lieber Henrik Franz, mein süßer “Knopfi”, ich wünsche dir Alles Liebe zum Halbjährigen Geburtstag. Schön, dass DU den Weg zu uns eingeschlagen hast und unsere Familie noch mehr aufblühen lässt. WIR lieben dich über Alles und könnten nicht stolzer und glücklicher, auf / über deinen Bruder Laurin und dich sein. Ein Tränchen, wirklich nur ein kleines Tränchen, ist gerade über meine Wange geflossen.

 

eure 

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9 thoughts on “6 Monate. Mama sein, für 2 ♡

  1. Mir ist es auch einige Male so ergangen! Besser könnte ich es nicht formulieren. Es ist doch faszinierend wie wir Mütter quasi immer weiter machen und jedes mal aufs neue Stärke aufbauen … ♡

  2. Ma so schön geschrieben ❤️ so geht es sicher soo vielen. Bei dem Text werd sogar i a bissi sentimental und des heißt wirklich was liebe Meli 😘

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